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JCB Bergung eines RAF-Fighters nach fast 60 Jahren drucken JCB Bergung eines RAF-Fighters nach fast 60 Jahren senden

JCB Bergung eines RAF-Fighters nach fast 60 Jahren



Am 16. Juni 1947 gegen 10 Uhr starteten vom Flugplatz Lübeck drei Maschinen der Royal Air Force zu einem gemeinsamen Manöver mit Heeresverbänden.

 Zur Abwehr eines Scheinangriffs von hinten rechts gab der Formationsführer den Befehl, die Maschinen nach oben zu ziehen und eine 180-Grad-Kurve zu fliegen. 




Bei diesem Flugmanöver geriet die Gloster Meteor von Leutnant James Mason außer Kontrolle, rollte mehrmals um die eigene Achse und schlug in einem steilen Neigungswinkel von circa 45 Grad in einem Moorgelände sieben Meilen westlich von Bad Oldesloh auf. 

Der Pilot kam dabei um Leben. Für ihn wurde ein Scheingrab auf dem britischen Militärfriedhof in Hamburg errichtet. Die Gloster Meteor, das erste britische Düsenflugzeug, konnte damals nicht aus dem sumpfigen Gelände geborgen werden.

Im Laufe der Jahre wurden in diesem Gebiet verschiedene Entwässerungs- und Flussregulierungsmaßnahmen durchgeführt. Jetzt hat das Bundesland Schles-wig-Holstein zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie 50 Hektar Gelän-deflächen zur naturnahen Gewässerumgestaltung erwoben. Dazu wurden aus EU-Geldern 900.000 Euro eingesetzt. Die Umgestaltung wird in diesem Jahr beginnen. Dabei sollen Gewässerabstürze der Flüsse entfernt und leichte Mäan-der, also halb- bis vollkreisförmige Flussschlingen, wieder hergestellt werden. 

Da künftig eine intensive landwirtschaftliche Nutzung dieser gewässernahen Wiesen entfällt, wird in einiger Zeit wieder eine Vernässung erfolgen. Um zu verhindern, das nach Abschluss der Umgestaltungsmaßnahmen aus korrodierten Tanks des Flugzeugs Treib- und Schmierstoffe austreten und eine Gewässerver-schmutzung hervorrufen, entschloss man sich, das Wrack jetzt zu bergen, da später der erforderliche Aufwand deutlich höher sein würde. 

Zwei JCB Bagger JS 160

Nach intensiven, einjährigen Vorbereitungenunter Einbeziehung aller zuständi-gen Behörden sowie des Kampfmittelräumdiestes und der Britischen Botschaft in Berlin wurde mit den Arbeiten begonnen. Zwei JCB Bagger JS 160 mit 16,2 Tonnen Einsatzgewicht und einem 81 kW (109 PS) starken Antrieb vom Land-schaftsbauer Kristian Draeger aus Kükels im Kreis Segeberg haben die Grabar-beiten ausgeführt. Draeger beschäftigt sich hauptsächlich mit Gewässerunterhal-tung und naturnaher Umgestaltung von Gewässern sowie Teichentschlammung und maschineller Knickabholzung. Geschäftsführer Kristian Draeger hat sich intensiv an der Planung, aber auch finanziell an dem Projekt beteiligt.

Um die Ausgrabungsstelle, die durch den Einsatz von Metalldetektoren einge-grenzt worden war, vom Wasser zu befreien, wurden zwei Pumpensümpfe angelegt. Danach begannen die aufwändigen Ausgrabungen. Die Erde wurde von den JCB Baggern in ganz dünnen Schichten abgezogen. Immer wieder kamen große und kleine Metallteile zum Vorschein. Die noch gefundenen sterblichen Überreste des Piloten wurden von einem Umbetter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Bestattung auf dem Hamburger Militärfriedhof aufge-nommen. 

In dieser sensiblen Phase der Ausgrabungen wurden die Arbeiten per Hand mit Kellen durchgeführt. Zutage kamen auch die Armbanduhr, die um 12.15 Uhr stehen geblieben war, und das Portmonee des Piloten, die den beiden anwesenden Vertretern der Britischen Botschaft übergeben wurden und vermut-lich an die in Australien lebende Schwester weitergeleitet werden. Anschließend wurden wieder die beiden JCB Bagger eingesetzt, die feinfühlig Schicht für Schicht abzogen. 

Das Advanced Management System (AMS) bot den Fahrern dabei elektro-hydraulische Unterstützung und erleichterte die Bedienung erheb-lich. Von den 4 wählbaren Betriebsmodi ist der Modus L für leichte, präzise Abschlussarbeiten und der Modus F für eine exakte Feinsteuerung. Die Arbeiten wurden mit äußerster Präzision durchgeführt, aber der komplette Rumpf der Maschine konnte nicht gefunden werden. Wahrscheinlich ist die Gloster Meteor beim Aufprall in Einzelteile zerbrochen, die in einem weitem Umkreis verstreut liegen. 




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